Die Treppe im Zentrum – ein Volumen in der Scheune
Die „Chesa Cotschna“ ist ein historisches Engadiner Bauernhaus, dessen Kern aus einem beheizten Wohnbereich mit holzverkleideter „Stüva“ und einem darüberliegenden Zimmer besteht – ursprünglich der Wohnturm innerhalb der bäuerlichen Einheit. Später kamen eine zentrale Erschliessungszone und eine Scheune über dem Stall hinzu, alles unter einem gemeinsamen Dach. 1927 wurde das Haus umgebaut und erhielt eine neue, geometrisierte Fassadensprache „all’italiana“. Die Transformation respektiert die lokale Bautradition und die äussere Einheit des Hauses, verwandelt es jedoch in ein zeitgenössisches Wohnhaus. Dies geschieht in drei Etappen über einen Zeitraum von zwanzig Jahren: Eine neue zentrale Treppe wird zum architektonischen Kern und eigentlicher vertikaler Wohnraum. Zwischen altem Wohnteil und Scheune gelegen, erscheint sie wie ein grosses Möbelstück, das den Innenraum neu ordnet. Ein grosses Panoramafenster – der einzige neue Eingriff in die Fassade – betont diesen Raum und öffnet ihn zur Landschaft. Zwei Zimmer werden in den Dachraum der Scheune eingefügt. Schliesslich wird die Scheune selbst zum Wohnraum: Ein neuer geometrischer Holzkörper fügt sich freistehend in das Volumen ein. Im unteren Bereich enthält er ein Zimmer mit Nebenräumen; darüber bildet er das Podest des Wohnraums, der von den alten Mauern und Öffnungen der Scheune geprägt bleibt.












