Ein neuer Dorfeingang
Das Projekt für den Parkplatz in Guarda, einem Dorf im Unterengadin, versteht sich als Neuinterpretation des Dorfeingangs. Guarda ist aufgrund seiner aussergewöhnlich intakten Siedlungsstruktur und der gut erhaltenen Architektur als historisches Ortsbild von nationaler Bedeutung anerkannt. Angesichts des starken Tagestourismus war eine Neuordnung der Parkierung notwendig, um den öffentlichen Raum im Dorfkern zu entlasten. Auf Grundlage des Wettbewerbsprojekts wurden die Besucherparkplätze mit 72 Stellplätzen rund 300 Meter ausserhalb des Kerns angeordnet, während 30 Parkplätze für die Bewohner am Dorfeingang vorgesehen waren; letztere wurden nicht realisiert. Diese Entscheidung bewahrte die räumliche Integrität des Dorfes und ermöglichte zugleich die Anlage eines Weges, der den Parkplatz mit dem Ort verbindet. Im Zentrum des Projekts steht der Übergang vom Raum des Automobils zum intimen Massstab des Dorfes, geprägt vom Spannungsverhältnis zwischen Natur und Architektur. In eine kleine Geländemulde eingebettet, wird der Parkplatz durch vier Stahlbetonmauern gegliedert, die eine Folge von Terrassen bilden. Ein kleines Betriebsgebäude setzt einen zivilen Orientierungspunkt, während ein Fussweg entlang der historischen Baumallee die Besucher bis ins Herz des Dorfes begleitet.





