Ein Raum für ein Bild
Ausgangspunkt war nicht ein intaktes Engadinerhaus, sondern ein misslungener, unvollendeter Umbau: Die ehemalige Scheune war ohne Rücksicht auf Struktur, Raum, Konstruktion oder Sonnenorientierung in drei Wohnungen unterteilt worden. Dieser Eingriff wurde vollständig bis auf die Stahlbetondecke über der Garage abgebrochen. Durch diesen Abbruch wurde die räumliche Wiedergewinnung der Scheune möglich. Eine Holzkonstruktion, gespannt zwischen zwei weissen Baukörpern an den Enden, bildet einen einzigen grossen Raum: einen Raum für ein Bild. Wiederholte identische Brettschichtholzträger formen zugleich Fassade und Dach. Die lichtdurchlässige Konstruktion mit nur einem grossen Panoramafenster in der Südfassade interpretiert die alte, belüftete Holzbauweise der Scheune neu. Die Fassaden bestehen aus massiven, selbsttragenden Douglasienbalken; die Fugen zwischen ihnen werden zu öffenbaren Lichtschlitzen und dienen zugleich der Lüftung. Im Lauf der Zeit unterscheiden nur Sonne und Witterung die äussere von der inneren Oberfläche. Das einzige grosse quadratische Fenster in der Südfassade schafft in seiner Tiefe einen Übergang zwischen Innen und Aussen. Dorfkern, Kirchturm und Landschaft erscheinen darin wie ein gerahmtes Bild – innen durch das Fenster, aussen als Spiegelung. Mit L. Molo





