Ein städtischer Garten für die Villa Badia

Die historische Villa Badia, Sitz der Kunstgalerie Miler, schliesst den alten Dorfkern von Capolago ab – einem Ort des Durchgangs und einst auch des Einschiffens nach Lugano. Ihre Orientierung folgt nicht dem Dorfkern, sondern vielmehr der Linie Melide–Lugano. Mit dem Bau der SBB-Linie wurde die direkte Beziehung zum See unterbrochen; hinzu kamen erhebliche Lärmimmissionen durch die Bahn, die Kantonsstrasse und den seitlich gelegenen öffentlichen Parkplatz. Das Projekt reagiert darauf mit der Schaffung eines introvertierten Gartenraums, der die Beziehungen zur Umgebung neu ordnet, der Villa eine neue räumliche Fassung gibt und sie zugleich vor Lärm schützt. Drei Elemente aus Stahlbeton definieren diesen neuen Gartenraum. Eine lineare Mauer begleitet die Bahnlinie und endet in einem zylindrischen Volumen. Sie wirkt als Schallschutz und ist Teil des SBB-Lärmschutzprojekts. Eine zweite Mauer mit Vordach artikuliert den Zugang von Norden her, vom öffentlichen Parkplatz aus, betont durch ein Holztor zwischen einer halbrunden Mauer und dem Anschluss an die Villa. Auf der Südseite stellt eine gestufte Anlage den Bezug zum See wieder her: Ein erhöhter Gartenraum richtet sich erneut nach Lugano und öffnet die Perspektive, wie es einst der Fall war. Diese Folge von Betonmauern verleiht dem Grundstück durch eine neue räumliche Ordnung seine Würde zurück. Der Garten wird innerhalb eines klar definierten Rahmens gestaltet – als introvertierter städtischer Garten.

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