Erweiterung des Gymnasiums
Das Gymnasium von Bellinzona ist Teil des Gebiets Torretta, das sich vom Staatsarchiv im Süden bis zum öffentlichen Schwimmbad im Norden erstreckt. Entlang der Flusslandschaft des Ticino bildet es die Grenze eines grossen Grünraums. Die Erweiterung bestätigt dieses lineare Prinzip und versteht sich als Teil einer Entwicklung, die künftig weiter nach Norden fortgesetzt werden könnte. Ein neuer, über dem Boden schwebender Baukörper wird dem Bestand hinzugefügt. Er gibt dem Ensemble eine neue Fassade zum Flussraum und schafft durch einen grossen Portikus einen öffentlichen Raum, der zum repräsentativen Eingang wird. Der Zugang von der Flussseite entspricht zugleich dem Konzept des regionalen Velowegnetzes. Durch die Ergänzung eines länglichen, vom Bestand abgerückten Baukörpers entstehen zwei neue Bezugsräume: ein überdeckter Eingangsbereich im Erdgeschoss und ein inneres Atrium. Der bestehende Längskorridor, nach Westen verschoben, öffnet sich nun zum Atrium und gewinnt darüber natürliches Licht. Auch der Korridor des Neubaus ist auf dieses Atrium ausgerichtet. Die bestehenden Treppenhäuser verbinden Alt- und Neubau über Halbgeschosse und integrieren die Erweiterung in das bestehende Gefüge. Zwei neue Treppenhäuser erfüllen die Anforderungen an Fluchtwege und erlauben es, die vorhandenen Treppen als offene Verbindungen beizubehalten. Die Fassade des Neubaus ist nach Nordwesten orientiert und dem Flussraum sowie dem felsigen Hang zugewandt, beide über den ganzen Tag hinweg vom Licht erfasst. Die Anhebung des Gebäudes über das Terrain reagiert zudem auf die Hochwassergefährdung des Standorts.






