Wasserkraftwerk Hagneck
Die bestehende Anlage des Wasserkraftwerks Hagneck geht auf die Juragewässerkorrektion zurück, die zwischen 1868 und 1888 nach dem Projekt des Ingenieurs La Nicca realisiert wurde. Die historische Anlage mit Maschinenhaus, Zuleitungskanal und separater Staumauer liegt als präzise gesetzter Eingriff am nördlichen Rand des Hagneckkanals. Das Projekt schlägt eine Neufassung der Erschliessung vor, mit dem Ziel, die Erweiterung mit derselben Klarheit in die Landschaft einzufügen, die bereits die bestehende Anlage auszeichnet. Das Niveau des Oberwasserkanals wird zur Plattform für die technischen Installationen, während darunter die natürliche Landschaft weitgehend unberührt bleiben kann. Zwei Massnahmen sind dafür entscheidend: die Verlegung der Zufahrtsbrücke an den Übergang zwischen Hagneckkanal und Oberwasserkanal sowie der Bau eines oberirdischen Maschinenhauses mit Zugang auf Höhe des Kanals. Dadurch können Turbine, Generator und weitere Anlageteile auf direktem Weg eingebracht werden, ohne eine aufwändige Schwertransportstrasse bis ins tieferliegende Niveau anlegen zu müssen. Die neue Zentrale gliedert sich in einen oberirdischen und einen unterirdischen Teil. Der unterirdische Abschnitt bleibt unverändert, während das oberirdische Maschinenhaus die Hebeanlage aufnimmt und einen geschützten Zugang für Transportfahrzeuge ermöglicht. Das fein artikulierte Gebäude bleibt als technischer Bau lesbar, vermittelt jedoch zugleich zwischen der Massivität der neuen Staumauer und der Weite der Seenlandschaft. Die Betonstruktur der Staumauer wird durch eine auskragende Geste neu gezeichnet: Das Bauwerk scheint über dem Landschaftsraum zu schweben – wie ein Seerosenblatt auf dem Wasser.


