Staudamm Lago Bianco und Zentrale Robbia

Ein architektonisches Projekt ist immer die Synthese aus einer Antwort auf die Aufgabe und einer Antwort auf den Ort – getragen von einer klaren Struktur. Die Ingenieure hatten aus unterschiedlichen Gründen eine Gewichtsstaumauer vorgesehen, welche die Form der bestehenden 3-fach konkaven Bogenmauer aufnimmt. Die Aufgabe der Architektur bestand darin, diese strukturelle Entscheidung in eine präzise Form zu übersetzen und ihr einen klaren Ausdruck zu verleihen. Ist der konkave Betonbogen Ausdruck einer bestimmten Art, dem Wasserdruck zu widerstehen, so verkörpert ein anderer, konvexer Bogen aus einem anderen Material eine andere statische Logik. Jedes konstruktive System verlangt nach einer präzisen architektonischen Sprache. Erst in Verbindung mit einer ebenso präzisen Vorstellung von Landschaft kann daraus eine überzeugende Lösung entstehen. So verlieren Diskussionen über eine Staumauer, die zu hoch, zu lang, zu grau oder zu künstlich sei, an Bedeutung. Entscheidend wird vielmehr die Genauigkeit der Linie, die richtige Neigung und die Qualität der Übergänge zwischen Eingriff und Natur. Im Zuge der Erweiterung der Staudämme am Lago Bianco war der Ausbau der Kraftwerkszentrale Robbia vorgesehen, die eine neue Turbinenzentrale und eine SF6-Schaltanlage umfasste: Neben dem bestehenden Kraftwerk, das senkrecht zum Hang liegt, waren zwei weitere Gebäude geplant, die auf einem Sockel parallel zum Hang angeordnet waren, als Abschluss der Robbia-Ebene. Obwohl sie sich aufgrund ihres Inhalts in der Größe unterschieden, waren sie mit derselben Struktur vorgesehen, bestehend aus einer Reihe von Stahlrahmen mit lichtdurchlässigen Abständen. Mit A. Galfetti

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